Architekturvermessung & BIM

Montag, 28. November 2016

Neben Ingenieurgeodäsie und Bauvermessung wird bei Fernkorn & Sohn vermehrt Architekturvermessung durchgeführt – und dies mit moderner Laserscan-Technologie.

„Gib mir einen festen Punkt und ich werde dir die Welt aus den Angeln heben“, soll Archimedes einst gesagt haben und formulierte damit die Hebelgesetze. Diesen Ausspruch wählte der Geodät Thomas Fernkorn als Slogan auf seiner Homepage. Das Vermessungsbüro Fernkorn & Sohn ist langjähriger rmDATA-Kunde und besteht bereits seit 50 Jahren, mittlerweile in dritter Generation.

Die Mitarbeiter setzen beinahe die gesamte Produktpalette von rmDATA ein, von rmGEO inklusive CodeGrafik für codierte Vermessungen angefangen, über rmDATA GeoModeller für Geländemodellierung bis zum geodätischen CAD rmDATA GeoMapper.

Gut dokumentiertes Gut

Als Beispiel für ein Referenzprojekt im Bereich Laserscanning erzählt Thomas Fernkorn von der Aufnahme des Gutes Freiham nahe München. Bestehend aus Kirche, Schloss, Gaststätte, Brennerei, Stallungen und Nebenanlagen steht das mittelalterliche Gut mit all seinen Gebäuden unter Denkmalschutz.

Basis für die Restaurierung sind Grundlagenpläne, Schnitte, Ansichten und detailreiche Fassadenpläne, die aus terrestrischen Laserscan-Aufnahmen erstellt wurden. „Die Datenmenge bei diesem Projekt lag im Terabyte-Bereich und füllte mehrere Festplatten“, erzählt der Vermesser. Nur mit dem Laserscan können Details wie das Kreuzgratgewölbe in den Ställen, Dachstühle oder die Ornamentik an der Kirche exakt genug aufgenommen werden.

 

Vorteile der Technologie liegen für den Geodäten auf der Hand: Die Aufmesszeiten sind wesentlich kürzer und der Außendienst reduziert sich insgesamt. Damit sind auch die Belastungen für Personen, die im Gebäude arbeiten oder leben, erträglicher. Sollte vom Auftraggeber im Nachhinein ein weiteres Detail verlangt werden, kann diesem Wunsch auch ohne einen weiteren Außendienst entsprochen werden.

Vorreiter in Bayern

Nicht alle Büros folgen dem Trend und setzen terrestrisches Laserscanning ein, wie der Geodät berichtet. Einerseits, weil sie skeptisch sind, was die Genauigkeit betrifft, und andererseits, weil die Investitionen hoch sind und sich erst lohnen, wenn ein Projekt in Aussicht ist. Das Argument mit der mangelnden Genauigkeit kann der Vermesser Fernkorn nicht bestätigen. Je nach Punktdichte, meint er, ist die Genauigkeit durchaus gegeben. Und was die Kosten betrifft – vor 3 Jahren hat das Büro den Laserscanner angeschafft und nun ist er ein- bis zweimal pro Woche im Einsatz, dadurch rentiert sich das Gerät und ist damit ein Vorreiter in Sachen Laserscanning in Bayern.

 

Die Zukunft liegt im BIM

Ein Endprodukt aus Laserscanning sind 3D-Gebäudemodelle für Architekten. Hier prognostiziert Thomas Fernkorn in Zukunft eine stärkere Nachfrage, weil sie die Grundlagen für Gebäudedatenmodellierung bilden. Das Thema ‚Building Information Modeling‘ verfolgt er mit großem Interesse. Der Vermesser sieht künftige Aufträge in der Lieferung von Grundlagen, im Fortführen und Zusammenführen von Daten.


Bilder: oben rechts: Schloss Freiham © Gras-Ober, CC BY-SA 3.0, wikipedia; unten: Die Kirche des Gutes als Punktwolke © Fernkorn & Sohn Ingenieurbüro


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